Alles Fleisch, aber nicht dasselbe: Eine Tour durch den Hundenapf.

Für den Hund ist Fleisch zunächst Fleisch, Hauptsache es duftet. Aus Sicht der Ernährung liegen zwischen Huhn und Pferd allerdings Welten, und selbst innerhalb einer Sorte macht das Teilstück einen Unterschied. Höchste Zeit also für eine kleine Napftour und ein Blick auf die einzelnen Sorten.

Am Anfang steht das Rind, der Allrounder. Es liefert Eisen, Zink und Vitamin B12 und ist je nach Teilstück mal ziemlich schlank, mal richtig deftig. Weil es so verbreitet ist, wird es gern als Maßstab genommen, und genau da liegt auch sein Haken: In Studien zu Futtermittelallergien bei Hunden taucht Rind am häufigsten unter den Auslösern auf.

Das Huhn ist die unkomplizierte Variante: mager, überall zu bekommen und mit reichlich Eiweiß bei wenig Fett. Dafür steckt deutlich weniger Eisen drin als im roten Fleisch.

Wer es gehaltvoller mag, landet beim Lamm. Es bringt mehr Fett und damit mehr Energie mit, dazu B-Vitamine, Zink und Selen. Oft wird Lamm als Alternative zu Rind und Huhn gewählt, taucht aber ebenfalls in den Studien zu Futtermittelallergien auf.

Als Sportler unter den Fleischsorten gilt das Pferd: mager, sehr eisenreich und mit viel Vitamin B12. Ungewöhnlich ist sein Fettprofil. Weil Pferde Gras und Heu fressen, enthält ihr Fleisch vergleichsweise viel pflanzliches Omega-3. Bei sehr aktiven Hunden mit hohem Energiebedarf muss das fehlende Fett allerdings aus anderen Quellen kommen.

Noch leichter geht es beim Kaninchen zu. Sehr mager, mit viel Vitamin B12 und Phosphor und wenig Natrium. Für Hunde heißt das: wenig Energie pro Portion, was in der Gesamtration berücksichtigt werden will.

Wild aus dem Wald, also Reh, Hirsch oder Wildschwein, ist ebenfalls sehr mager und liefert viel Eisen, B-Vitamine und Zink. Die Kehrseite sind mögliche Bleireste aus der Jagdmunition, für die es bei Wildfleisch in der EU keinen festgelegten Höchstwert gibt.

Die Ziege ist so etwas wie der Geheimtipp. Sie gehört zu den magersten Fleischsorten und enthält ungefähr doppelt so viel Eisen wie Rind, dazu Vitamin B12. Wie bei Pferd und Kaninchen gilt, dass Fett anderswo herkommen muss, wenn die Ration stimmen soll.

Und dann ist da noch der Fisch, der Sonderfall im Napf. Lachs enthält die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA und Vitamin D und ist deutlich fettreicher. Thunfisch ist magerer, sammelt als langlebiger Raubfisch aber mehr Quecksilber an und taugt daher eher für Gastauftritte.

Und welche Sorte ist nun die beste? Keine, es kommt auf Fettbedarf, Verträglichkeit und Abwechslung an. Dazu kommt, dass es bei der Fütterung nie nur um Muskelfleisch geht. Die Sorte ist ein Baustein, entscheidend ist das Gesamtbild im Napf.

Neugierig geworden? Dann einfach mal etwas anderes testen und im Shop inspirieren lassen. Guten Appetit und viel Spaß beim Ausprobieren!

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